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Ein langes Leben kann ein spannendes Abenteuer sein

Renate Glamser sieht das Alter als ein Stück neuer Lebensqualität

Schwarzwälder Bote vom 14.05.2004

 

Von Bernd Ullrich

Hechingen. Jung bleiben bis ins hohe Alter ist möglich. Diese Botschaft vermittelte am Mittwochabend bei einem Vortragsabend im Bildungshaus St. Luzen die Hechinger Ärztin und Diplombiologin Dr. med. Renate Glamser.

Ein langes Leben kann ein spannendes Abenteuer seinAls eine "Reise nach Innen", die durchaus Mut erfordere, bezeichnete die Referentin die zweite Lebenshälfte. Diese Zeit müsse keineswegs als Blick auf das Ende betrachtet werden. Vielmehr könne man analog zum Jungbrunnen von einem "Altbrunnen" sprechen. Das zunehmend beschauliche Tempo könne sich als Kraftquelle erweisen und gehöre zum "Abenteuer der Langsamkeit". Im Alter gebe es die Erfahrung neuer Freiheit. Muße und Innehalten seien ein Stück neuer Lebensqualität. Eine positive Einstellung bewahre ältere Menschen davor, nur noch die Defizite zu zählen. Selbst Schlaflosigkeit könne ihr Gutes haben. Sie mache wach für die Nacht und eröffne das Tor zu bisher unbekannten Wahrnehmungen. "Ein langes Leben kann zum spannenden Abenteuer werden", meinte Renate Glamser. Allerdings wirkten sich mangelnde körperliche und geistige Aktivität negativ auf das Gedächtnis aus. "Sport ist ein Weckruf für das Gehirn", sagte die Ärztin. Sie warnte aber davor, Sport zur Sucht werden zu lassen.

Als weitere Möglichkeit, um im Alter fit zu bleiben, führte sie die traditionelle chinesische Medizin an. Es gebe nach der fernöstlichen Lehre im Alter eine "obere Fülle“ und die "untere Leere", was in etwa gleichbedeutend sei mit schwerem Kopf und kleinschrittigem Gang. Durch spezielle Übungen könnten diese Erscheinungen reduziert und der Alterungsprozess nach hinten verschoben werden.

"Achten Sie auf Ihre innere Stimme und entwickeln Sie ein Gespür für Ihren Körper", riet die Medizinerin. Spazierengehen, Treppensteigen und tägliche Bewegung seien hilfreich. Skeptisch beurteilte Renate Glamser Hormonbehandlungen. Sie sollten auf klassische Mangelzustände beschränkt bleiben und nicht bei Befindlichkeitsstörungen angewandt werden. Sinnvoll sei die Behandlung mit Hormonen nur, wenn der Nutzen die Risiken überwiege.

 

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