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Aktuell

Sonderformen der Akupunktur

Ohrakupunktur, japanische Schädelakupunktur, chinesische und koreanische Handakupunktur

Beitrag für die Hohenzollerische Zeitung, Hechingen, zum Tag der Akupunktur am 19.11.2008

 

Sonderformen der Akupunktur werden entweder alleine oder in Ergänzung zur Körperakupunktur als verstärkender Effekt angewandt.

Bereits 200 v. Chr. wurden reflektorische Zusammenhänge (Somatotopie) zwischen Ohrakupunktur und bestimmten Körperregionen beschrieben, zeitgleich mit Hippokrates.
Ebenfalls zeigten sich Zusammenhänge zwischen Gefäßen hinter dem Ohr und Impotenz/Sterilität beim Mann.
Im alten Ägypten wurden bestimmte Ohrpunkte bei Frauen zur Empfängnisverhütung beschrieben.

Neben schulmedizinischer Diagnostik und Diagnosefindung nach TCM (Zunge, Puls), liefert die Inspektion der Ohrmuschel wichtige Hinweise auf Beteiligung der inneren Organe und erkrankte Körperabschnitte (Somatotopie).
Kriterien, wie druckschmerzhafte Punkte, sichtbare Veränderungen (Rötung, Ekzem etc.) und Veränderungen des Hautwiderstandes, gelten nicht nur für das Ohr, sondern ebenfalls für Schädel und Handakupunktur.
Die bevorzugte Anwendung der Ohrakupunktur in meiner Praxis gilt der unterstützenden Therapie bei Suchterkrankungen (Nikotinabusus, Übergewicht, Alkohol- und Drogenkonsum), Schlafstörungen und hormonellen Beschwerden, akuten schmerzhaften Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, Neuralgien, Kopfschmerzen und Erkrankungen der äußeren Körperschicht (Yang-Syndrome).

Der Bewegungsapparat des Organismus weist im Stirn-, Schläfen-, Schädelbereich eine Vielzahl von Korrespondenzpunkten auf, deren therapeutische Nadelreizung oft die erstaunlichsten Sofortreaktionen hervorruft.
Halswirbelsäulen-, Lendenwirbelsäulen-, Schulter-, Hüft- und Kniebeschwerden lassen sich durch die Schädelakupunktur nach dem Japaner Jamamoto oft schnell und nachhaltig beeinflussen.
Diese Kopfpunkte müssen jedoch sehr präzise geortet und genadelt werden.
Gerade bei Lähmungserscheinungen ist das exakte Treffen der Punkte wichtig.
Die erreichten Ergebnisse sind oft verblüffend.
Für jeden Akupunkteur ist die exakte Sicherung der Diagnose, die ständige schulmedizinische und chinesische Überwachung und Kontrolle der Behandlungsresultate eine Selbstverständlichkeit.

Sämtliche Akupunkturpunkte des Körpers, sowie alle Meridiane und Organe projizieren sich in die Hände.
Die Auswahl der koreanischen Handpunkte erfolgt entweder nach den Grundsätzen der Körperakupunktur oder nach Organ- bzw. Regionalprojektionen.
(z. Bsp.: Augenschmerzen: Projektion der Augen in die Hand im Mittelfinger).
Grundsätzlich entspricht die Handfläche der Vorderseite des Körpers und der Handrücken der Körperrückseite.
Bei der Behandlung spielt die Tageszeit eine Rolle, da sich der Energiefluss über den Tag hinweg verändert.
Am günstigsten ist die Behandlung zur entsprechenden Maximalzeit des Meridians bzw. des Organs.
So ist z. Bsp. beim Nierenmeridian die Behandlungszeit zwischen 17 - 19 Uhr am wirksamsten, beim Dickdarm zwischen 5 - 7 Uhr.
Bevorzugte Behandlungen durch koreanische Handakupunktur bei mir sind Allergien, allgemeine Schwächezustände, Tinnitus, chronische Verdauungsstörungen und neurologische Ausfallerscheinungen (Hemiparese, Facialisparese etc.).
Hierbei kann die Handakupunktur ohne besondere Vorbereitung durchgeführt werden.
Die Hände des Patienten sind in der Regel leicht zugänglich.
Die Wirkung bei einer Behandlungsdauer von ca. 20 - 25 min. ist oft stark und schnell, und es treten kaum Nebenwirkungen auf.
(Die koreanischen Einmalhandnadeln sind im Vergleich zu Ohr- oder Schädelnadeln viel dünner und kleiner, weniger schmerzhaft aber in der Anwendung vorsichtiger zu führen und zu manipulieren).

Insgesamt sind die beschriebenen Sonderformen der Akupunktur keine ausschließliche Lokaltherapie, sondern eine gesamtheitliche Regulationstherapie der Organe.
Man geht davon aus, dass alle Meridiane oder ihre korrespondierenden Partner in der Hand in das Ohr oder den Schädel projizieren.
Der Erfolg gibt diesen Ansätzen Recht.

 

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