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Ganzheitlich gegen Heuschnupfen
Mediacal Mirror vom 05.03.2007
Mit Hilfe einer "biologischen Impfung" kann das aus dem Gleichgewicht geratene Immunsystem bei Pollenallergikern wieder stabilisiert werden
Während gesunde Menschen den Frühling herbeisehnen, beginnt für die rund 16 Prozent Pollenallergiker hierzulande wieder die Leidenszeit. Die Allergenkarenz, also das Meiden der Pollen, gilt als die beste Behandlungsmethode. Doch die Umsetzung im Alltag ist schwierig, zumal die Pollen kilometerweit durch die Luft fliegen können. Zwar sind Allergie-Medikamente heutzutage viel wirksamer und verträglicher als noch vor einigen Jahren. Das gilt auch für die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Spritzen, Tropfen oder - seit kurzem - Tabletten (wir berichteten), bei der der Patient das jeweilige Allergen in allmählich steigender Dosierung erhält, um ihn so gegen die Pollen unempfindlich zu machen.
Alle schulmedizinischen Therapien haben jedoch einen Nachteil: Sie beziehen nicht den gesamten Menschen in die Behandlung mit ein. "Gerade bei Heuschnupfen-Patienten" ist es wichtig, auch seine Allgemein-Situation mit zu berücksichtigen. So weisen viele Betroffene zusätzlich Kreislaufprobleme oder bestimmte psychische Strukturen auf", sagt Dr. med. Renate Glamser aus Hechingen. Die Diplom-Biologin und Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren hat eine spezielle biologische Heuschnupfenbehandlung entwickelt. "Zwar lässt sich bei den Allergien zugrunde liegende Gen-Defekt nicht reparieren, doch in 80 Prozent der Fälle gelingt es, das aus dem Gleichgewicht geratene Immunsystem wieder zu stabilisieren." Viele Patienten benötigen so schon nach kurzer Zeit weniger Medikamente und können langfristig ganz darauf verzichten. Als Mittelwert für einen chronischen Heuschnupfen gilt eine Behandlungsdauer von etwa einem Jahr. Wie schnell die Therapie anschlägt, ist jedoch sehr unterschiedlich und hängt immer vom jeweiligen Patienten ab, betont die Medizinerin.
Folgende Behandlungsansätze sind Bestandteile der von Dr. Glamser entwickelten "biologischen Impfung" bei Heuschnupfen:
Homöopathika: Bei einer Pollenallergie milderer Ausprägung sind zu Beginn der Behandlung pflanzlich-biologische bzw. allergiespezifische homöopathische Heilsubstanzen sinnvoll, die auf den Anfang der allergischen Reaktionskette zielen. Langfristig können so Dysharmonien des Immunsystems beseitigt und die überschießende Reaktion normalisiert werden. Bewährt haben sich u. a. Galphimia glauca, Sanguinaria (Blutwurz), Acidum formicum (Ameisensäure), Acidum fumaricum (Fumarsäure), und Histamin-Nosoden. Neben geeigneten Einzelsubstanzen bieten sich auch allergiespezifisch reine Pflanzenmischungen mit Ceanothus americanus (Seckelblume), Cinchona succiruba (Chinarinde) und Echinacea Echinacin an. Grund: Sie stimulieren die Aktivität der T-Lymphozyten und unterstützen das Immunsystem. Wichtig: Homöopathika (Globuli, Tropfen oder Injektionen) sollten von der Art des Mittels und der Potenz her stets auf den Patienten abgestimmt sein. Dr. Glamser empfiehlt daher, vom Arzt oder Heilpraktiker immer erst eine ausführliche Diagnose erstellen zu lassen, bevor man sich entsprechende Präparate aus der Apotheke besorgt.
Besteht die Pollenallergie bereits über mehrere Jahre, gibt es zusätzlich weitere Behandlungsmöglichkeiten:
Orthomolekulare Medizin: Aus Sicht der orthomolekularen Medizin (griechisch: "orthos" = richtig) kann das bei Krankheiten bestehende biochemische Ungleichgewicht im Körper durch gesunde Ernährung sowie Elektrolyte, Spurenelemente, essenzielle Aminosäuren, Peptide, Proteine, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Spurenelemente in entsprechender Dosierung wieder ausgeglichen werden. Im Falle von Heuschnupfen können so die Entzündungsprozesse gelindert oder beseitigt werden. (s. a.: Auch Vitamine und Mineralstoffe können helfen).
Umstimmungstherapien: Durch Behandlung mit Eigenblut- bzw. Eigenharn werden zahlreiche Entgiftungs- und Abwehrmechanismen im Körper aktiviert. Die Therapie dient so als eine Art körpereigenes Immunstimulanz, das die Heuschnupfenbehandlung sinnvoll unterstützen kann.
Chinesische Akupunktur: Bei vielen Pollenallergikern ist häufig gleichzeitig der körpereigene Energiefluss vermindert oder fehlgeleitet. Mit Hilfe der chinesischen Akupunktur können organspezifische Energieleitbahnen (Meridiane) und Akupunktur-Reizpunkte gezielt beruhigt oder angeregt werden. Folge: Die gestörten Abwehrzellen werden positiv gereizt und Beeinträchtigungen im Immunstoffwechsel schneller korrigiert.
Wie bei der "klassischen" Hyposensibilisierung ist es ideal, die biologische Heuschnupfenbehandlung in der allergenarmen Zeit, also rechtzeitig vor der eigentlichen Pollensaison, zu beginnen. "Doch auch in der Akutphase ist es möglich, die Symptome schnell spürbar zu lindern" erklärt Dr. med. Renate Glamser. Wichtig zu wissen: Leichte Reaktionen sind keine unerwünschten Nebenwirkungen, sondern sogar zum Teil gewollt. "So zeigt z. B. eine leichte Rötung nach einer Spritze mit Ameisensäure, dass das Mittel anschlägt." Die Ärztin rät jedoch, bei einer ganzheitlichen Heuschnupfenbehandlung unbedingt auf die Erfahrung des Therapeuten zu achten. Adressen von qualifizierten Ärzten bieten u. a. der Zentralverein der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin (ZAEN) e. V. www.zaen.de und der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) www.dzvhae.com.








