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Jung bleiben um jeden Preis!
Wege aus der Naturheilkunde, der Psychotherapie und der TCM, praktische Handlungsanweisungen für den Alltag, zu Jugend - Alter - Vitalität
Ich werde Ihnen Wege aufzeigen aus Sicht der Psychotherapie, der traditionellen chinesischen Medizin und der Naturheilkunde und werde versuchen, neben theoretischen Grundlagen immer wieder praktische Beispiele einfließen zu lassen, so dass Sie am Ende dieses Vortrages etwas in der Hand haben, einige wichtige Erkenntnisse der Wissenschaft in Ihr tägliches Leben zu übernehmen. Dazu gehören die Art und Weise, wie Sie mit Ihrem Körper umgehen, und die Bereitschaft, gewisse Anstrengungen zu übernehmen, um auch Ihren Verstand auf Trab zu halten.
Hände weg vor unkritischer Gabe gewisser Hormoncocktails, welche die biologische Uhr um Jahre zurückdrehen sollen, Hände weg vor unkritischer Einnahme gewisser Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, sowohl als Pillen oder äußerlich in Form von Salbengrundlagen; die Wellness-Welle boomt und oft stehen nur finanzielle Interessen im Vordergrund, diese Produkte an den Mann oder an die Frau zu bringen.
Zunächst zu meiner Person:
Ich bin seit 12 Jahren in Hechingen als Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde tätig, wobei die Ganzheitsbetrachtung der Naturheilkunde ein größeres Konzept als die Schulmedizin darstellt. Tätigkeitsschwerpunkte meiner täglichen Arbeit sind alle klassischen Verfahren der Naturheilkunde im Sinne der Therapien nach Dr. Kneipp, ausleitende entgiftende Verfahren, einschließlich der Darmsanierung, die Homöopathie, die TCM, hier vor allem die Akupunktur in Ergänzung mit Kräutermedizin bei vielen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma, chronischen Schmerzzuständen, Depressionen, Schlafstörungen, Tinitus und in der Suchtbehandlung, und schließlich die Gesprächstherapie im Sinne der analytischen Psychotherapie auch nach TCM; um das Ganze so abzurunden als ein Körper-Geist-Seele (Psyche)-Modell, d. h. ich versuche den Menschen in seiner Gesamtheit zu erfassen.
"Alter ist etwas Wunderbares, solange wir nicht verlernt haben, immer wieder anzufangen." Dieser Satz des Philosophen Martin Buber ist Einsicht und Appell zugleich: In den späteren Lebensphasen kommt es darauf an, nicht im gewohnten Tritt weiter zu leben - weil man das doch kennt und sich sicher fühlt - sondern Neues zu wagen, aktiv zu bleiben, neugierig am Geschehen der Welt teilzuhaben und die Gemeinschaft der Menschen zu suchen. Darüber hinaus geht es um die Reise nach innen, um die Hinwendung zum Kern der eigenen Persönlichkeit. Auch das ist ein Wagnis, das Mut erfordert, weil dieser Blick nach innen für viele ungewohnt ist. Die Schildkröte ist in vielen Kulturen Sinnbild für ein langes Leben.
Zahlreiche Psychotherapeuten sind sich sicher: Der Sinn eines langen Lebens besteht darin, die eigene Persönlichkeit, d. h. den Charakter eines Menschen zu einer möglichst vollen, runden Gestalt werden zu lassen. Deshalb ist die Innenschau das neue Thema in der zweiten Lebenshälfte. Sie ist eine Aufgabe, zu der man von Körper gedrängt wird. Er ist es, der diesen Schritt von der Seele fordert.
Ich möchte sie jetzt auf den Blick nach Innen lenken.
Das menschliche Leben durchläuft verschiedene Phasen, die nicht nur von antropersophischen Denkern gern in Siebener-Jahres-Abschnitte eingeteilt werden: Das In-der-Welt-ankommen und Wachsen in der Kindheit, die Ausbildung und Entfaltung der Persönlichkeit in der Jugend, die verschiedenen Stufen des Erwachsenenalters mit dem Aufbau der eigenen Existenz, einer verstärkten Außenorientierung der Gründung einer Familie und ihre Absicherung - und dann die reifen Jahre.
Die Aussicht auf ein langes Leben ist eine fundamental positive Erscheinung unserer Zeit und es wäre geradezu naturwidrig, das Älterwerden nur in Zeichen von Defiziten und Mangelerscheinungen zu beurteilen. Wenn man sich dem Zugewinn an Erfahrungswissen, innerer Produktivität und Gelassenheit öffnet, dann relativieren sich viele "Alterserscheinungen" wie geringes Schlafbedürfnis, abnehmende körperliche Kraft oder Gedächtnisschwäche.
Der amerikanische Psychoanalytiker James Hillman zum Beispiel sieht in diesen Alterserscheinungen notwendige Veränderungen, die helfen, den Blick auch wirklich nach innen zu richten. Deshalb sollte man die Zeit des Lebensabends nicht als Beginn des Endes interpretieren, sondern als Übergang zu einer neuen Lebensstufe.
Auch die Lübecker Psychotherapeutin Ingrid Eisenmann plädiert dafür, die wertvollen Seiten der 3. Lebensphase zu erkennen und zu würdigen. Es gebe nicht nur einen "Jungbrunnen", sondern auch einen "Altbrunnen". Diesen gelte es zu entdecken und aus ihm zu schöpfen. Anti-Aging-Rezepte und Fitness-Programme allein verstärkten oftmals das Problem, weil es dann irgendwann ein "Nie-genug" gebe. Deshalb halte auch ich es für wichtig, die körperlichen und geistigen Grenzen, die im späteren Leben sichtbar werden, anzuerkennen und darin gleichzeitig neue Lebensmöglichkeiten zu entdecken, so zum Beispiel
die fortschreitende Langsamkeit als Einladung zur Muße zu verstehen (James Hillman spricht gar von "Abenteuer der Langsamkeit")
das beschauliche Tempo als eine Kraftquelle zu betrachten;
Muße und Innehalten als aktives Zuhören und Hinwenden zu begreifen, was ja die Haupteigenschaften sog. Großmütter und Großväter in Bezug auf ihre Enkelkinder sein können.
Das Loslassen dessen, was nicht mehr möglich und vergangen ist, als Erfahrung neuer Freiheit zu akzeptieren.
Fragen, die sich ab dem 63. Lebensjahr stellen:
- Was möchte ich in der Zukunft noch lernen?
- Empfinde ich Gnade, Dankbarkeit, Heiterkeit?
- Gelingt er mir, einige Kräfte aus der Kindheit, der Jugend zu erhalten? Wie?
Eine zentrale Aufgabe für die Zeit etwa ab dem 63. Lebensjahr sehen Psychotherapeuten unterschiedlichster Richtungen in der Rückschau, in der Verarbeitung der Erlebnisse und Erfahrungen. Je länger das Leben dauert, desto eher mag die Aufgabe gelingen, die verschiedenen Persönlichkeitsanteile zu integrieren, die man im Laufe der Zeit herausgebildet, aber dann vielleicht vernachlässigt hat. Außerdem eröffnet sich die Möglichkeit, noch anstehende Entschlüsse umzusetzen und offene Dinge endlich zu entscheiden. Wir brauchen sogar ein langes Leben, um die Verwicklungen zu entwirren und die Dinge zurechtzurücken. Man muss sie nur erkennen und anpacken. Gelingt diese Aufgabe, so erfährt man innere Stärkung - selbst bei schwerster Erkrankung.
Nicht nur Ihre Körperfunktionen und Ihre Organe altern, sondern ihre gesamte Natur, die ganz bestimmte Person, die Sie geworden sind und bereits vor Jahren gewesen sind. Der Charakter hat ihr Gesicht geprägt, Ihre Gewohnheiten, Ihre Freundschaften, Ihre Eigenarten und das Maß Ihres Ehrgeizes mit seinen Karrieren und Misserfolgen. Der Charakter beinflußt Ihre Art zu geben, zu nehmen; beinflußt Ihre Kinder und Ihre Art zu lieben. Er geleitet Sie nachts nach Hause und kann Sie lange wach halten. Die zunehmende Schlaflosigkeit. Warum darüber klagen? Könnte es nicht sein, dass wir im Alter für die Nacht wach werden müssen? Wenn Sie wach werden für die Nacht, öffnet sich Ihr Auge für die unsichtbare Welt. Auch öffnet sich ein genaues Ohr für Warnungen, Einsichten, Eingebungen, die uns nur nachts aufzusuchen scheinen und unseren Schlaf stören, um gehört zu werden.
Wir lernen kennen, was sich am Tag nicht hereinwagt. Braucht der Charakter, um zu reifen, also diese Veränderungen, die für die Nacht wach machen? Schlaflosigkeit als sinnvolle "Tat" des Alters: eine ungewohnte, aber durchaus lebenszugewandte Sichtweise.
Für Hillman ist es notwendig, Rückschau zu halten, die dem oft beklagten Abbau des Kurzzeitgedächtnisses eine Art Sinn beimisst, ja ihn plausibler erscheinen lässt. Denn: Indem man vergisst, in welchem TV-Programm man eine bestimmte Sendung gesehen hat, konzentriert sich das Gedächtnis auf Erinnerungen und Ereignisse, die für das eigene Leben höhere Bedeutung haben. Diese Erinnerungen arbeiten in der Psyche weiter. Sie wollen und müssen verarbeitet werden.
Entscheidend sind also die innere Einstellung mit der wir das (lange) Leben betrachten, und eben auch das Älterwerden. Es geht nochmals darum, unsere Einstellung zu verändern, wenn wir fast nur noch die Defizite sehen und uns ein langes Leben schreckt. Dass ganz neue kreative Kräfte frei werden, wer sich in neugieriger und offener Weise auf die Reise nach innen begibt, zeigen Beispiele großer Künstler: "der Überlieferung nach hat der japanische Maler Hohnsai seine künstlerische Laufbahn erst nach dem 73. Lebensjahr begonnen; Tizian habe mit beinahe hundert Jahren seine ergreifendsten Bilder gemalt. Guiseppe Verdi, Richard Strauss, Heinrich Schütz und andere Komponisten haben bis weit in die Achtzig hinein gearbeitet. Ein langes Leben kann völlig neue Kräfte freisetzen - bei jedem Menschen.
Sieht man schließlich das Alter als Laboratorium des Charakters, der Persönlichkeit, die sich entwickelt, dann kann das lange Leben zu einem spannenden Abenteuer werden, in dem sich Altes und Neues verknüpft.
Ich meine: " Wenn der Charakter das eigentliche und letzte Ziel ist, dann bringt er das Leben zum Höhepunkt, poliert es auf Hochglanz zu einem Bild, das länger bleibt." Ein Bild das möglicherweise nachwirkt im Leben der Kinder und Enkelkinder. Dabei geht es nicht nur darum, unbedingt nur "weise, gelassen und heiter" zu werden. Nein, auch Temperament, das Feuer des Zorns und ein aufbrausender Charakter haben ihr Gutes. Dann nämlich klagt man an, mischt sich ein, vertritt unerschrocken und feurig das Gute, von dem man überzeugt ist. Man ist weiter präsent und lebendig - auch im hohen Alter. Und vielleicht sogar nach dem Tod.
Denn "wenn Sie Ihren Charakter, sprich Persönlichkeit bilden, verlängern Sie ihr Leben, indem Sie Ihr Bild unauslöschlich gestalten.
Jetzt möchte ich zu meinen vorigen Ausführungen ein paar praktische Anregungen im Kampf um das Gedächtnis anbringen.
Ab dem 45. Lebensjahr nehmen Intelligenz und Aufmerksamkeit kontinuierlich ab; heute weiß man, dass mangelnde körperliche und geistige Aktivität sich negativ auf das Gedächtnis auswirken. Mit Gehirnjogging hält man sein Gedächtnis fit. Aber bitte, wie geht das?
"Schon kleine Bewegungen bringen den Geist auf Trab"; Also beginne das Gehirnjogging mit einfachen Übungen. Zum Beispiel dem Schreiben mehrstelliger Zahlenkolonnen mit der Hand. Oder man greift in die Aktentasche und holt einen Kaugummi heraus; man macht ein paar Dehn- und Streckübungen.
Mit anderen Worten, wer sein Gehirn trainieren will, muss zunächst wach werden. Und wach machen schon ein Kaugummi kauen oder schreiben. Selbst Handbewegungen beim Sprechen würden ausreichen. Überhaupt Sport. Von den 80-Jährigen sind etwa 20% geistig genauso fit wie 20-Jährige. Voraussetzung dafür:
Sie haben in Ihrem Leben mit dem Kopf gearbeitet und sich bewegt. "Sport ist ein Weckruf für das Gehirn". Körperliche Fitness bedeutet gleichzeitig eine längere geistige Ausdauer. Die geistige Ausdauer hängt ganz entscheidend vom Lebensstil ab: Fitness ist gut, Stress und chronische Überforderung dagegen sind schlecht. Nach einer Studie des "New England Journal of Medicine" sind Menschen, die musizieren, tanzen oder spielen (beispielsweise Brettspiele, bei denen nachgedacht werden muss), nicht so stark demenzgefährdet wie andere.
Nochmals, "nur die Kombination von geistigem und körperlichem Training" sichert über Jahre hinweg ein gutes Gedächtnis, ermöglicht ein selbstständiges Leben und führt weniger zu Demenz.
Manchmal dürfen die Aufgaben keinen Spaß machen, vielmehr müsse man sich quälen. "Das trainiert die Schwachpunkte". Und durch die Bewegung verbessere sich der Stoffwechsel im Gehirn. Eine Studie des St. Luka´s Medial Centers in Chicago belegt diesen Zusammenhang. So war das Alzheimer-Risiko für Probanden, die lasen, Tagebuch schrieben, walkten oder Rätsel lösten, um 47% niedriger als für deren denk- und bewegungsfaulen Altersgenossen.
Zur Praxis: üben Sie öfters mal über Kreuz! Das aktiviert die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften. Zur Erinnerung: Die linke Hirnhälfte ist der Ort für schrittweises Denken, der Speicherplatz für Fakten, Wörter, Namen, hier findet das logisch-mathematische Denken statt. Die rechte Gehirnhälfte ist der Sitz für das gleichzeitige Denken und die kreativen Fähigkeiten. Hier sind die persönlichen Erinnerungen und Meinungen gespeichert, hier haben auch die bildhaften Denkprozesse ihren Sitz.
Mit Überkreuzbewegungen aktivieren Sie beide Gehirnhälften und fördern gleichzeitig die Koordination Ihrer Bewegungen. Denken sie dabei stets an ein X, die Grundfigur all dieser Übungen. Und bedenken Sie, dass ein Erfolg nicht zuletzt davon abhängt, dass man die einzelnen Übungen sehr langsam durchführt und oft genug wiederholt.
Im Sitzen:
Kennen Sie das Vorhaben vielleicht aus der Kindheit? So können sie Stress abbauen und Konzentration fördern. Der linke Fußknöchel wird über den rechten gelegt. Dann Strecken Sie beide Arme nach vorn aus, die Hände mit dem Handrücken aneinander, die Daumen nach unten. Nun legen Sie das linke Handgelenk über das rechte und verschränken die Finger miteinander. Die Arme winkeln sie nun zum Körper ab, so dass sie schließlich auf der Brust liegen, die Ellenbogen zeigen nach unten. Schließen Sie die Augen und drücken Sie beim Einatmen die Zunge gegen den Gaumen. Beim Ausatmen entspannen Sie die Zunge wieder. In dieser Haltung verharren Sie 1 - 2 Minuten, dann stellen Sie die Füße wieder nebeneinander, bringen die Fingerspitzen beider Hände zusammen und atmen eine Minute lang tief durch.
Tippen Sie im Sitzen mit der rechten Hand an den linken inneren Fußknöchel und dann mit der linken Hand an den rechten inneren Fußknöchel. Der jeweils andere Arm fixiert am Stuhl die Körperhaltung.
(nochmals langsame Durchführung der Übung, damit Feinmotorik und Balance stärker beansprucht werden.)
Die "Denkmütze" ist eine kleine Ohrmassage, die den gesamten Hörapparat aktiviert, das Gedächtnis unterstützt und die Konzentration fördert.
Massieren Sie dazu dreimal mit dem Zeige- und Mittelfinger hinter den Ohren, entlang des Schädelknochens, von unten nach oben in kleinen Kreisbewegungen und streichen sanft vor dem Ohr zurück zum Ausgangspunkt. Massieren Sie nun das gesamte Ohr von innen nach außen. Setzen Sie den rechten Daumen in die Ohrmuschel und alten Sie mit dem Zeige- und Mittelfinger die hinteren Ohrpartien. Massieren Sie zunächst von der Mitte mit dem rechten Daumen die obere Ohrpartie und wechseln dann ab der Mitte auf die untere Ohrpartie. Beim Ohrläppchen halten Sie ein wenig inne und drücken es ganz sanft. Nach der TCM (trad. Chin. Medizin) liegen hier die Konzentrationspunkte, die auch das Gedächtnis anregen. Haben Sie diese Streichbewegungen dreimal ausgeführt, legen Sie die Hände für einige Augenblicke auf die Ohren.Besonders angenehm ist die "Denkmütze", wenn man sie nicht selbst ausführt, sondern wenn man die Ohren sanft massiert bekommt. Die Übung wird natürlich auch am linken Ohr durchgeführt.
Mit dieser letzten Übung haben wir eine gute Überleitung zur trad. Chin. Medizin, ich sagte ja bereits, dass am Ohrläppchen auch Punkte für die Konzentration und das Gedächtnis liegen. Die TCM ist ein ideales Denkmodell für die Ganzheitsmedizin.
Kurz ein paar allgemeine Erläuterungen zum besseren Verständnis:
In der TCM betrachtet man den Menschen nicht nur in seiner materiellen Körperstruktur, sondern in seinem ganzen Energiefeld. Der Mensch (Mikrokosmos) ist eingebettet in dem Makrokosmos. Als Teilsystem eines Ganzen hat der Mensch nicht nur einen internen Informationsfluss, sondern er nimmt permanent Informationen aus seiner Umwelt auf. Wir leben in vernetzten Strukturen. Wir diagnostizieren in der TCM einen energetischen Zustand, eine Harmonie oder eine Disharmonie.
Im Vordergrund der therapeutischen Bemühungen steht das Regulieren mit Nadeln und Kräutern. Das Herstellen einer Balance von Yin und Yang. Das Befinden des Patienten wird hervorgehoben, nicht der Befund. Durch die spezielle Diagnostik in der chin. Medizin wird das jeweilige Disharmoniemuster ermittelt. Dabei spielt die Befragung des Patienten, die Zungen- und Pulsdiagnostik eine besondere Rolle. Energiebewegungen im Menschen kann man gezielt vornehmen über Akupunkturpunkte, die auf den Leitbahnen (Meridianen) liegen. In der chin. Medizin verwendet man für Energie den Begriff Qi. Das Leben lässt sich auch als Zustand fließender Energie beschreiben.
Um den Wechsel von energ. Qualitäten zu ordnen, verwendet man folgende Begriffe aus der Natur und assoziiert sie mit den jeweiligen Funktionskreisen (Organen) und Jahreszeiten.
Holz - Leber (Frühjahr)
Feuer - Herz (Sommer)
Erde - Milz (Herbst)
Metall - Lunge (Spätherbst)
Wasser - Niere (Winter)
Jedem der 5 Elemente werden noch weitere Aspekte zugeordnet, z. B. Emotionen, Farben, Geschmacksrichtungen. Die Grundbegriffe aus der TCM - Yin-Yang-Polarität - Qi - 5 Elementenlehre müssen aus Ihrer Zeit heraus verstanden werden. Sie stützen sich nicht auf heutige naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Sie entstammen aus Naturbeobachtung und der exakten Beobachtung des Menschen, der von dieser Natur umgeben ist.
Infolge von Mangel an körperlicher Betätigung und zahlreicher anderer Faktoren erkranken Menschen in mittlerem und höherem Alter oder der Alterungsprozess setzt zu früh ein. Wie wir alle wissen, durchläuft der Mensch die Phasen der Geburt, des Wachstums, der Reifung und des Alterns. Mit den Prozessen des Wachstums und des Alterns verändern sich die Haare, die Haut, Skelett, Muskeln Sinnesorgane, Zähne, sowie auch innere Organe und Nervensystem erleiden im Alter eine Regression. Auch die von der TCM beschriebenen Funktionen des Organismus (man redet hier von Funktionskreisen), die Lebensenergie Qi und "Blut" (xue), sowie Leitbahnen unterliegen einem Alterungsprozess. Die Arterien verlieren im Alter relativ leicht ihre Elastizität, sie verhärten sich, die Zirkulation des Blutes wird erschwert. Um die Zirkulation aufrecht zu erhalten, muss das Herz vermehrt arbeiten und wird überlastet. Im Alter entstehen deshalb Seitens des Herz-Kreislauf-Systems Arteriosklerose, Bluthochdruck sowie die durch Arteriosklerose und Hypertonie bedingte Herzerkrankungen. Eine verminderte Funktion von Skelett und Muskulatur zeigt sich darin, dass ältere Menschen gehäuft an Gelenk- und Muskelschmerzen, sowie an Bewegungseinschränkungen leiden, um ein anderes Beispiel zu nennen. Die TCM fasst die Prozesse von Geburt, Wachstum, Reifung und Altern folgendermaßen zusammen: Ist der Mensch jung, so "befindet sich sein Qi (Energie) unten", das "Qi der 6-Fußleitbahnen ist kraftvoll" und das "Primäre Qi" (Yuanqi) befindet sich in der Phase des Stärkerwerdens.
Wird der Mensch alt, so "verfällt seine Yin-Essenz", das "Primäre Qi" erschöpft sich. Daraus resultiert, dass die Funktionskreise (Zang) Schwächen zeigen und der Körper schwerfälliger wird. Der Kopf wird schwer, die Füße leicht und der Schritt unsicherer. Es entsteht "obere Fülle, untere Leere" oder Zustand der "Yin-Leere" entsteht, wenn das Yin im Bereich unterhalb des Nabels schwach ist und das Yang im oberen Körperbereich dominiert. Yin-Schwäche und Yang-Überschuss bedeuten, das Yin und Yang nicht in Balance sind, dass "Herz" (Yang) und "Nieren" (Yin) nicht in Harmonie sind und deshalb die für das Alter typischen Krankheiten entstehen können. Gesunderhaltende Übungen wie Qigong und Tai-Qi aus der chin. Medizin werden deshalb von TCM-Ärzten besonders im mittleren und höheren Alter als wichtig erachtet. Baopuzi schreibt (341 n Chr.):
"Wer das Qi zu führen weiß, nährt im Inneren seinen Körper und wehrt nach außen hin schädigende Einflüsse ab."
Ein anderer Arzt (Hua Tuo, 208 n. Chr.) sagt:
"Wenn man sich bewegt, kann das mit der Nahrung aufgenommene Qi verbraucht werden, zirkulieren die pulsierenden Kräfte ungehindert und Krankheit kann nicht entstehen."
Wenn man bei Qigong-Übungen das Qi nach unten führt, die Atmung zu ihrer Wurzel zurückführt, das "Nieren-Qi" stärkt, dann kann man der "Oberen Fülle und unteren Leere" und damit dem vorzeitigen Altern vorbeugen. Im Buch des Inneren Klassikers des Gelben Fürsten steht, dass allzu frühe Heirat, ausschweifenden Gesellschaftsleben oder zu viele Geburten Ursachen für frühzeitiges Altern seien.
Der Kernpunkt von täglichen Qigong-Übungen für jüngere und ältere Menschen ist:
Nur wenn das "Nieren-Qi" gestärkt wird, kann sich der Körper leicht bewegen, die Gedanken werden klar, die Bewegungen werden flink und Gang wird sicher und stabil.
Aus diesem Grunde lautet eine wichtige Übungsregel: "70% der Gewichtung liegen auf den Füßen, 30% der Gewichtung in den Händen, jeder Atemzug kehrt zu seiner Wurzel "zurück, um das Qi unterhalb des Nabels zu trainieren".
Das Prinzip der "Oberen Leere und unteren Fülle" findet sich auch in der Geriatrie westlicher Körpertherapien wieder. Wenn man diese Übungen in der richtigen Weise unter Beachtung ihrer Prinzipien durchführt, kann man im Körper eine Reihe von angenehmen und günstigen Veränderungen bewirken: Wärme im Becken, Rücken und in den Extremitäten, vermehrter Speichelfluss, vermehrte Tränensekretion, vermehrte Kraft im Bauch- und Rückenbereich, der Kopf wird klar, man fühlt sich voller Lebenskraft und entspannt. Diese Empfindungen werden durch die "Innere Bewegung" (des Qi) bewirkt. Das Gefühl der Entspannung entsteht dadurch, dass sich während des Übens die inneren Organe und die Muskulatur leicht bewegen, die Zirkulation des Blutes verbessert wird, eine langsam, tiefe und sehr rhythmische Atmung entsteht und das Nervensystem reflektorisch die "Innere Bewegung (des Qi) bewirkt.
Auf diese Weise erhält man länger eine gute Sehkraft, eine bessere Hörfähigkeit und bessere Gedächtnisleistung, Krankheitsanfälligkeit und Kälteempfindlichkeit gehen zurück. Wir ziehen daraus den Schluss, dass Qigong und andere Körpertherapien eine bedeutende Rolle in der Prävention des frühzeitigen Alterns spielen können. Mein therapeutisches Ziel im TCM-Bereich besteht mit Akupunktur, Kräutern und richtiger Ernährung, körperliche und seelische Störungen ins Gleichgewicht zu bringen und somit sekundär ebenfalls vorzeitigem Altern vorzubeugen. Durch frühzeitiges Erkennen von Defiziten und deren Behandlung können Alterungsprozesse zumindest etwas nach hinten verschoben werden.
Zur Praxis: Neben den gezeigten Übungen zum Gedächtnistraining will ich Ihnen wichtige Massagepunkte aus der TCM für die Erhaltung der Sehkraft zeigen.
Diese Übungen beinhalten die Massage von Akupunkturpunkten, die im Zusammenhang mit der Funktion der Augen stehen, sie werden im Sitzen oder im Stehen in Entspannung, Ruhe und Natürlichkeit mit einer Ausgewogenheit von Ruhe und Bewegung als Fingerdruckmassage ausgeführt. Sie haben eine gute Wirkung bei Übermüdung der Augen und zur Vorbeugung der Kurzsichtigkeit:
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Yintang (3. Auge): In der Mitte zwischen den Augenbrauen mit dem Zeigefinger
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beide Jingming Punkte (Bl1), am inneren Augenwinkel in einer Vertiefung nahe dem Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger einer Hand.
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Mit den Mittelfingern beider Hände massiert man daraufhin die Reihenfolge der Punkte Yangbai (6B14), Zanzhu (Bl 2), Yuyao, Sizhukong, Tongziliao (6B1) und Taiyang (Extrapunkt, Sonne). Wobei die Massage des Taiyang etwas kräftiger sein kann.
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Nun massiert man die Punkte Sibai (Ma2) und 6B20 (Fankchi). Zum Schluss bearbeitet man den Punkt Hgu (Di4 "vereinte Täler) mit rollender, kneifender Massage. Jede Stelle wird durchschnittlich 10mal massiert. Ein ganzer Zyklus dauert ungefähr 3 - 5 Minuten. Man kann 2 - 3mal täglich massieren. Der Effekt dieser Übung ist besonders gut, wenn man die Anforderungen "den Geist beruhigen", "den Atem regulieren", das "Qi nach unten senken" berücksichtigt.
Jetzt möchte ich zu meinem 3. Schwerpunkt, der Naturheilkunde, kommen.
Überlegen Sie, ob Sie der Gedanke nicht ängstigt, irgendwann 65, 70 oder gar 80 Jahre alt zu sein.
Ja? - Damit sind Sie in bester Gesellschaft mit ca. 75% der Bevölkerung. Die restlichen 25% befinden sich bereits in diesem Alter und merken, dass alles ganz anders ist, als sie dachten. Die Möglichkeiten, sich eine junge Haut, ein starkes Herz und die Lust am Leben zu bewahren, sind heute so zahlreich wie noch nie. Dabei ist es wichtig, einerseits Verhaltensweisen aufzugeben, die den Körper vorzeitig ruinieren. Andererseits sollte man aus der Vielzahl der angepriesenen Anti-Aging-Methoden nur diejenigen für sich nutzen, die tatsächlich einen soliden wissenschaftlichen Hintergrund haben (und alles meiden, was nichts weiter als Unsinn und Geschäftsmacherei ist).
Wer verantwortlich mit seinem Körper umgehen will, muss auf seine "Innere Stimme" seinen "Bodyguard" achten. Sagt diese Stimme Ihnen nicht, dass sie eine Jacke brauchen, weil es draußen kalt und windig ist, damit Sie sich nicht erkälten? Schlägt sie nicht Alarm, wenn Sie ungewohnte Symptome in Ihrem Körper spüren? Der Bodyguard ist es auch, der Sie zu Vorsorgeuntersuchungen schickt. Und er sagt Ihnen zum X-ten Mal, dass es höchste Zeit wäre, mit dem Rauchen aufzuhören oder nach dem zweiten Glas Wein auf ein drittes zu verzichten. Er ist Ihr guter Geist, Ihr Instinkt, Ihr Gewissen und Ihre Vernunft. Merkwürdigerweise gibt es viele Menschen, die diese innere Stimme nicht wahrnehmen und kein Gespür für ihren Körper entwickelt haben. Kluge Menschen hören auf ihren Bodyguard und haben damit eine gute Chance, länger fit und jung zu bleiben.
Es kann durchaus sein, dass er Ihnen manchmal lästig wird mit all seinen Ermahnungen. Vor allem dann, wenn Sie dabei sind, das Gegenteil von dem zu tun, was er vorschlägt. Nicht so schlimm. Dann werden Sie seine Ratschläge eben das nächste Mal wieder befolgen.
Wir haben es selbst in der Hand, ob unser Körper und unser Geist jung bleiben oder zumindest deutlich langsamer altern sollen.
1.
Sechs Säulen der gesunden Lebensführung nach Hippokrates
(1460 - 375 v. Chr.)
Das richtige Maß an Licht und Luft usw.
2.
Eine etwas moderne und reduzierte Variante der Gesundheit
Beinhaltet Bewegung - Ernährung - Harmonie - Hormone
Lassen Sie mich mit der Bewegung beginnen! Schluss mit dem Leben auf Stühlen. Sitzen beim Frühstück, Sitzen im Bus oder Auto. Sitzen am Arbeitsplatz (falls Sie nicht gerade am Bau, als Fitnesstrainer oder in ähnlichen Berufen arbeiten, die mit körperlichem Einsatz verbunden sind). Sitzen in der Mittagspause, Sitzen wieder am Arbeitsplatz, Sitzen im Auto gegen Abend, Sitzen beim Abendessen, Sitzen beim Fernsehen oder beim Zeitungslesen. Oder im Kino. Erstaunlich, dass die Evolution uns nicht schon längst mit Riesengesäßen und verkrümmten Beinen ausgestattet hat. Ich denke, wir machen und normalerweise gar nicht klar, wie bewegungsarm unser Leben geworden ist. Warum nicht versuchen, Treppen zu steigen, statt den Aufzug zu benutzen oder täglich eine halbe Stunde spazieren gehen oder 15 Minuten Gymnastik machen. Am besten sind Bewegungsarten, die das Skelett belasten, also Laufen, Wandern, Walking. Man stellt sich vor, dass Beine und Wirbelsäule bei jedem Schritt einen kleinen Stoß erhalten und dadurch einen Anreiz, mehr Knochenmasse zu produzieren. Schwimmen ist zwar gut für die Muskeln, aber weniger effektiv für die Knochenfestigkeit. Um muskuläre Dysbalancen vorzubeugen, ist Schwimmen das gesündeste Ausdauertraining - insbesondere für Menschen mit Übergewicht. Der Auftrieb des Wassers entlastet Wirbelsäule und Gelenke, und das an der Haut vorbeiströmende Wasser wirkt wie eine Massage.
Auf jeden Fall ist es besser, sich jeden Tag 30 Minuten aktiv zu bewegen, als einmal in der Woche eine Stunde. Das verhindert Übergewicht, senkt den Cholesterinwert um ca. 15 - 20%, schützt Herz und Blutgefäße, senkt den Blutdruck, fördert eine bessere Gehirndurchblutung und somit können mehr Botenstoffe produziert werden, um weniger anfällig für Gedächtnisstörungen und Depressionen zu sein.
Wichtigste Zielgruppe für die Motivierung zur Bewegung sollten wie auf der Folie Kinder und Jugendlichen sein, die sich beim stundenlangen Sitzen in meist orthopädisch schlechten Schulmöbeln und danach am Computer oder vor dem Fernseher den Rücken verliegen. So können sie keine festen Knochen und Muskeln entwickeln, die sie dann auch im Alter dringend bräuchten.
Schluss mit dem ungesunden Essen. Die reiche westliche Welt steht unter der Knute der Nahrungsmittelindustrie. Zucker-, fett- und kalorienreiche Fertiggerichte, von Chips bis zur Pizza, von Backwaren bis zu Büchsenravioli, dazu noch die chemiehaltigen, dick machenden Soft-Drinks haben - nicht zuletzt durch aggressive Werbung der Hersteller - selbst gekochte Gerichte aus gesunden Zutaten oft weitgehend verdrängt. Natürlich sind nicht nur Jugendliche Opfer der neuen Ernährungsgewohnheiten. Als ich noch im Krankenhaus arbeitete, haben wir im Bereitschaftsdienst oft alte Leute aufgenommen, die gestürzt waren oder Herzprobleme hatten. Es war manchmal erschreckend zu sehen, in welch schlechtem Zustand viele dieser Menschen eingeliefert wurden: schlaffer Körper, graue Haut, aufgedunsener Leib, Hände und Füße schlecht durchblutet, - Diese Patienten litten unter schwerer Mangelernährung, ein Zustand, der mit den akuten Problemen nichts zu tun hatte. Wenn man Angehörige darauf aufmerksam machte, zeigten sie sich regelmäßig erschüttert. Sie bekämen doch eine gute Rente und hätten sich selbst bestens versorgen könne. Als wir nachfragten, wovon sich diese alten Damen und Herren so ernährten, kam eben heraus: kein frisches Gemüse, kein Salat, kaum Obst, dafür Fertiggerichte, Wurstbrote ...
Inzwischen ist es wissenschaftlich erwiesen, dass 60% aller Patienten über 70 Jahren, die in stationäre Behandlung kommen, Zeichen einer schweren Fehlernährung zeigen: Vitaminmangel, ungenügende Versorgung mit Spurenelementen wie Zink, Selen, Magnesium, dazu meist noch ein Mangel an Flüssigkeit! Die Betroffenen wissen nicht, dass sie sich durch falsche Zusammensetzung ihrer Nahrung selbst um Jugendlichkeit und Gesundheit bringen.
Wie mache ich es nun besser! Hier empfiehlt sich eine abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse, die fettarm ist und mäßig Eiweiß (v. a. pflanzlichen Ursprungs) enthält, dafür aber reich an Kohlenhydraten und Ballaststoffen ist. Das Weglassen der Abendmahlzeit etwa 1 x pro Woche, erleichtert das Bemühen, sein Gewicht in zunehmenden Alter zu halten ("Dinner-Cancelling").
Durch möglichst 5 Portionen Obst und Gemüse (bevorzugt Farben rot/gelb/grün) und Vollkornerzeugnisse erreicht man die Aufnahme von ausreichend Vit. C, E und ß-Karotin, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe.
Sinnvoll sind weiterhin fettarme Milcherzeugnisse, 1 - 2 x pro Woche Fisch, wenig Fleisch und Eier, und maximal 1/8 - ¼ Liter Rotwein pro Tag.
Lebens- oder Nahrungsmittel sind Mittel zum Leben. Der Erfolg liegt im Verzicht auf teure, fette Speisen. Nochmals: Wer gelegentlich ein Abendessen pro Woche auslässt, viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und regelmäßig Meerfisch isst, schützt sich tatsächlich in gewissem Maße vor Falten, Arteriosklerose und Tumorwachstum. Altern beginnt bereits mit der Geburt, daher sollte ein Anti-Aging durch Ernährung prinzipiell unser ganzes Leben begleiten.
Mit zunehmendem Lebensalter nehmen der Grundumsatz und die körperliche Aktivität ab, der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen aber zu, deshalb sollten Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte und hochwertiger Qualität (Bioprodukte) bevorzugt werden. Pflanzliche Lebensmittel wie Getreideprodukte, Brot, Gemüse und Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Reis und Obst sind reich an Kohlenhydraten, aber auch reich an Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen. Ballaststoffreiche Vollkornprodukte fördern bei gleichzeitig ausreichender Flüssigkeitszufuhr auf vielfältige Weise die Gesundheit; sie beugen Übergewicht, Verstopfung und Kolonkarzinome vor.
Durch unsere Ernährung haben wir auch die Möglichkeit, unsere Körperzellen regelmäßig zu "entrümpeln" und sie wieder frei atmen zu lassen. Frisches Gemüse, Salate, Obst, hochwertige Pflanzenöle und Nüsse enthalten die Stoffe, die besonders gut als "Antioxydantien", also als Radikalfänger, wirken: die Vitamine C und E. Darüber hinaus enthalten diese auch noch sog. Sekundäre Pflanzenstoffe: Flavonoide, ß-Karotin, Lykopin (der rote Tomatenfarbstoff) und Phenolsäuren. All diese Substanzen helfen den Zellen nachweislich, besser mit den schädlichen Stoffwechselprodukten (d. h. den freien Radikalen) fertig zu werden und verhindern dadurch das vorzeitige Absterben der Zellen. Vit. E z. B. zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und wirkt in Kombination mit Vit. C besser. In einigen Studien wurde die Gabe von Vit. E (und/oder) C mit einem verlangsamten, kognitiven Abbau assoziiert, sowie eine Steigerung der Immunzellen nachgewiesen. Vit. C erhält die Regeneration von verbrauchten Vit. B aufrecht und bildet im Magen einen wirksamen Schutz vor Bildung von hoch krebserregenden Nitrosaminen; es ist empfindlich gegen äußere Einflüsse wie Licht und Wärme.
Nun könnten Sie auf die Idee kommen, sofort in die Apotheke zu laufen, um große Mengen dieser Vitamine einzukaufen. Halt! - Das funktioniert nicht! Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es offensichtlich die Kombination von natürlichen Vitaminen und diesen anderen Pflanzenstoffen. - Sie müssen also schon in den Gemüseladen gehen und such dort mit frischen Produkten der Jahreszeit eindecken und im Laden nebenan besorgen sie sich grünen Tee und eine Flasche Rotwein. Tee und Wein (und Schokolade) in kleinen Mengen enthalten nämlich ebenfalls größere Mengen von Flavonoiden.
Nochmals zu den sekundären Pflanzenstoffen (SPS), die neben natürlichen Vitaminen freie Radikale beseitigen und die Zellen gesund halten. Sie kommen in allen pflanzlichen Lebensmitteln nur in geringen Mengen vor und sind unter anderem für deren typischen Geschmack, Geruch oder Farbe eines Gemüses verantwortlich. Sie wirken antioxydativ, antikancerogen, antimikrobiell, cholesterinsenkend und antithrombotisch. Die Hauptgruppen sind Flavonoide, Phytoöstrogene, Karotinoide, Phytosterine, Proteaseinhibitoren und Schwefelverbindungen. Zum Beispiel besteht ein hoher ß-Karotin-Gehalt von Obst und Gemüse in Karotten, Spinat, Feldsalat Paprika, Aprikose und Mango.
Phytoöstrogene sind östrogenartige Pflanzenverbindungen, die in Soja, Vollkornprodukten, vielen Gemüsen, Früchten und Samen (Rotklee) vorkommen. Durch ihre Affinität zu Östrogenrezeptoren haben sie östrogene und antiöstrogene Wirkungen. Ihre Struktur ist den steroidalen Östrogenen ähnlich, hieraus erklärt sich auch die Gabe von Phytoöstrogenen im Klimakterium bzw. deren Symptomen, auch im Sinne einer natürlichen HET. In 2 Studien wurde die präventive Wirkung von Phytoöstrogenen aus Tofu, Bohnen und Linsen auf die Brust- und Prostatakrebsrate herausgestellt.
Zu Essen und Trinken gehört auch Kultur in Speis und Trank. Wenn es gelingt, sie wieder regelmäßig - und gemeinsam - an den schön gedeckten Mittags- oder Abendbrottisch zu setzen, dann hat man nicht nur etwas für die Gesundheit getan, sondern zugleich Werte vermittelt, die die Kinder später an ihre Familien weitergeben werden. Die Kultur des Essens, die nicht nur mit Ernährung, sondern auch mit Kommunikation und Lebensfreude zu tun hat, sollte nicht verloren gehen.
Hiermit haben wir eine gute Überleitung zur 3. Säule der Gesundheit, der Harmonie.
Im Teil der Psychotherapie habe ich bereits viele Aspekte zur Anregung der geistigen Aktivität dargelegt. Denken Sie sich, jung bedeutet aber auch Gedankenaustausch mit Freunden, eingehen auf die Bedürfnisse anderer, aber auch annehmen, was andere uns an Interesse und Gefühlen entgegenbringen. Es geht, mit anderen Worten, um die grundsätzliche Bereitschaft, sich dem Leben zu öffnen. Ich meine damit, wir müssen lernen, unsere Rolle in der Gesellschaft zu behaupten und unser Leben weiterhin selbstständig zu gestalten, solange das geht. Und wir brauchen, gerade wenn wir älter werden, ein soziales Netz. Sie meinen, wenn man Zeitung liest und die Fernsehnachrichten verfolgt, erfährt man schon, was los ist. Das stimmt. Aber die Art, wie wir das tägliche Geschehen überdenken und bewerten, wird sich in immer gleichen Bahnen bewegen, wenn unsere Meinung nie infrage gestellt wird und wenn wir mit niemandem über Politik, Fußball, Ärzte und Autos diskutieren. Um geistig lebendig zu bleiben, müssen wir uns verändern können. Aus diesem Grunde brauchen wir ein soziales Netz und Kommunikation mit Partnern, Freunden und Bekannten, vor allem eben auch mit jungen Menschen. Aber bitte nicht so, dass jeder, der eine Krankheit hat, welch jeder Art, sofort von dieser erzählt. Krankheiten sollte man für sich behalten, sie gehören zur eigenen Person. Der andere, der interessiert sich doch gar nicht dafür, außer man steht ihm sehr nahe, man lebt mit ihm. Man muss hier seine eigene Illusion ablegen, dass andere, die von der Krankheit erfahren, hilfreich sein können. Ganz im Gegenteil, sie erzählen es nur weiter. Das mit den Krankheiten ist so eine Sache. Dass man zum Beispiel, wenn man morgens im Bett liegt, seine sämtlichen Knochen spürt, das Kreuz einen weh tut, dass man draußen versucht, die Sonne zu sehen, ihre Wärme zu spüren und sich freut, dass die Augen noch mittun, dass man nachher mit Genuss das Mohnbrötchen mit Butter isst usw., ich versuche zu erklären, dass man sich die positiven Dinge herholt, die noch gehen, um die körperlichen Gebrechen so besser in den Alltag integrieren kann.
Jetzt zur 4. Säule der Gesundheit: Was bringen Hormone in puncto Lebensqualität/Vitalität?
Die selbst ernannten Gurus der Anti-Aging-Medizin argumentieren damit, dass die Hormone, also die chemischen Botenstoffe, die Abläufe im Körper regulieren und damit das Wohlbefinden und unsere Belastbarkeit steuern. Sie sorgen für den Muskel- und Knochenaufbau und bereiten Lust auf Sex. Ergo sind sie auch für den Alterungsprozess verantwortlich. Die Kritiker der Anti-Aging-Mediziner sagen indes: Mit zusätzlich verabreichten Hormonen, die die altersbedingte Schlappheit und Lustlosigkeit vertreiben sollen, pfusche man dem Körper ins Handwerk. Zudem werde ein Zusammenhang konstruiert, der wissenschaftlich nicht einmal belegt sei und den keiner ernsthaft herstellen können. Zum Beispiel nehme bei Frauen die Knochenmasse schon vor den Wechseljahren ab, obwohl der Östrogenspiegel noch nicht sinke, und bei Männern reduziere sich die Muskelmasse bereits im Mittleren Lebensabschnitt, obwohl noch kein wesentlicher Testosteronverlust bestehe.
Das sog. "Jungmacherhormon" DHEA wird besonders in Amerika von Lifestyle-Ärzten verschrieben; in Deutschland ist es bisher nicht zugelassen. Außerdem wurden Wachstumshormon, Testosteron, Östrogen und Melatonin verabreicht. Ulrich Strunz, Deutschlands Buchautor im Fitness- und Wellnessbereich, weist den Weg:
"Verantwortungsvolle Ärzte spritzen nur so viel Extrahormon, dass der natürliche Blutspiegel der Jugend erreicht wird".
Doch das ist leider schon zuviel. "Ein 50Jähriger", laut Prof. C. Strasburger, Leiter der klinischen Endokrinologie an der Berliner Charité und erwiesener Experte auf diesem Gebiet, "braucht eine andere Hormonmenge als ein 20-Jähriger!" Eben altersgemäß und weniger. Zudem sei es riskant, Wachstumshormon in solchen Mengen in alternde Körper zu pumpen. Strasburger: "Das kann fatale Folgen für den Körper haben, bis hin zu Krebs und Diabetes.
Einige Beispiele, das Wachstumshormon: Es wird in der Hirnanhangsdrüse produziert und ist für das Zellwachstum und die Zellvermehrung zuständig. Es ist für den Einsatz im Anti-Aging-Bereich nicht zugelassen, macht Wassereinlagerungen, Gelenkbeschwerden, kann eine Zuckerkrankheit hervorrufen, erhöht den Spiegel des insulinart. Wachstumsfaktors I, was das Krebsrisiko erhöhen kann. Bei Frauen mit Nebennieren- oder Hypophysenerkrankungen ist Wachstumshormon nützlich. Dieses Beispiel zeigt: Hormone halten das Altern nicht auf, im Gegenteil: Wer von einigen zu viel nimmt, muss damit rechnen, nicht alt zu werden.
Beispiel Testosteron: Beim Mann kommt es zu einem Absinken des mittl. Testosterons im 65. Lebensjahr. Allerdings unterliegt bei älteren Männern der freie Testosteronspiegel gewissen äußeren Schwankungen (Stress), auch gewissen tageszeitlichen Schwankungen, was bei Blutabnahmen zu berücksichtigen ist.
Haben Männer einen eindeutigen Hormonmangel, kommt es zur Normalisierung der Muskelschwäche, Anämie, der geringen Muskelmasse und der depressiven Verstimmung. Auch Potenz- und Libidoverlust lassen sich damit therapieren, aber:
Nur bei vorheriger genauer Diagnose, die das Vorliegen eines Prostata- bzw. anderen Tumors ausschließt bzw. kein kardiovaskuläres Risiko vorhanden ist.
Beispiel Melatonin: Es wird in der Zirbeldrüse gebildet, es regelt den Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers. Schlafstörungen können damit wirkungsvoll behandelt werden. "Seriöse Hinweise" auf einen verjüngenden Effekt gibt es derzeit keine.
Beispiel die Hormone der Frau Östrogen und Gestagen: Beide werden in den Eierstöcken gebildet, die 30 verschiedenen Östrogene steuern den Menstruationszyklus und die Schwangerschaft. Sie sind ferner an weiteren Körperfunktionen beteiligt wie Knochendichte, Herz-Gefäß-System, Elastizität der Haut sowie des seelischen Gleichgewichtes. Progesteron ist in der 2. Hälfte des Menstruationszyklus zuständig und für die Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut. Ein Absinken des Progesterons - die Prämenopause - führt zu Unregelmäßigkeiten der Blutungen, zu erhöhtem Blutdruck, Gewichtsproblemen oder gar Migräne. Hingegen führt das Absinken des Östrogenspiegels zu Hitzewallungen, den sog. Wechseljahrsbeschwerden, zu psychovegetativen Symptomen und zu trockener Haut. Beide Hormone (Östrogen und Progesteron) sinken allerdings nicht gleichmäßig, sondern unterschiedlich. Deshalb ist die Gieskannenbehandlung mit Hormonen, wie sie leider oft von Ärzten praktiziert wird, nicht sinnvoll. Eine Hormonbehandlung kann in Einzelfällen sinnvoll und heilsam sein; man sollte die niedrigste wirksame Dosis anwenden, aber nur so lange, "wie der Nutzen bei der Symptomlinderung die Risiken überwiegt": das heißt zeitlich begrenzt und das letzte Mittel der Wahl. (Bsp.: Prämenopause: starke Hitzewallungen und starke depressive Gemütslage, 2 Jahre Östrogene in niedriger Dosis.
Brisant: Eine neue Studie aus Amerika (WHJ) belegt, dass durch solche Therapien in den letzten 10 Jahren die Brustkrebsrate um 26% zugenommen hat, die Zahl der Herzkrankheiten (Angina pectoris) um 29% und die Zahl von Embolien und Thrombosen bei hormonell behandelten Frauen um 100% zugenommen hat.
Beipackzettel solcher Hormonpräparate warnen verstärkt vor Schlaganfall, vor Venenthrombose und Herzinfarkt. Vielleicht erklären sich die Risiken der Hormonersatztherapie auch daraus, dass der Organismus ab dem Klimakterium so hohe Hormonspiegel überhaupt nicht mehr verträgt. In aller Deutlichkeit muss festgestellt werden, dass eine Hormonersatztherapie in jedem Alter massiv in den Hormonhaushalt der Frau eingreift. Es lässt sich deshalb nie rechtfertigen, wenn Hormone bereits bei leichten klimakterischen Störungen oder anderen hormonell bedingten mäßigen Beschwerden des Alltags verabreicht werden. Die möglichen Risiken sind zu groß.
"Hoffentlich begreifen die Menschen endlich", dass Hormone keine Lifestyle-Drogen sind, die nebenwirkungsfrei gegeben werden können. Dass das Altern durch Hormone aufgehalten wird, bleibt unbewiesen.
Ich möchte mit dem Satz von Molière schließen:
"Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auf für das, was wir nicht tun."
Einige Folien zum Vortrag
Allgemeine Anregungen:
- Vernünftiges Essen mit Maß,
- gezielte Bewegung täglich,
- Psyche im Einklang mit viel Lebensfreude
"Alter ist etwas Wunderbares, solange wir nicht verlernt haben, immer wieder anzufangen."
(Martin Buber)
"Innenschau" ist das Thema der 2. Lebenshälfte!
Ingrid Eisenmann: "Altbrunnen"
Im Fitness-Programm liegt oft die Gefahr der Grenzüberschreitung, Sport zur Sucht?
- Abenteuer der Langsamkeit
- Beschauliches Tempo als Kraftquelle
- Erfahrung neuer Freiheit, Loslassen von Altem
- Muße und Innehalten, aktives Zuhören etc.
- Was könnte ich in der Zukunft noch lernen?
- Anstehende Entschlüsse umzusetzen, offene Dinge bitte endlich entscheiden
- Zunehmende Schlaflosigkeit als Öffnung für unsichtbare Wahrnehmungen - genaueres Ohr für Einsichten, Eingebungen etc.
- Reise nach Innen, kreative Kräfte werden frei, Bsp. wie Tizian, Giuseppe Verdi, Richard Strauss
- Spannendes Abenteuer, Altes und Neues wird verknüpft
- Präsenz und Lebendigkeit bis ins hohe Alter
Mangelnde körperliche und geistige Aktivität wirken sich negativ auf das Gedächtnis aus, Sport ist ein Weckruf für das Gehirn!
Brettspiele zum Nachdenken, Tanzen, Musizieren! - weniger Demenz.
Praktische Übungen über Kreuz (X), täglich üben in Ruhe und langsam, öfters wiederholen.
Im Sitzen
Kennen Sie das Vorhaben vielleicht aus der Kindheit? So können Sie Stress abbauen und Konzentration fördern. Der linke Fußknöchel wird über den rechten gelegt. Dann strecken Sie beide Arme nach vorn aus, die Hände mit dem Handrücken aneinander, die Daumen nach unten. Nun legen Sie das linke Handgelenk über das rechte und verschränken die Finger miteinander. Die Arme winkeln Sie nun zum Körper ab, so dass sie schließlich auf der Brust liegen, die Ellenbogen zeigen nach unten. Schließen Sie die Augen und drücken Sie beim Einatmen die Zunge gegen den Gaumen. Beim Ausatmen entspannen Sie die Zunge wieder. In dieser Haltung verharren Sie 1 - 2 Minuten, dann stellen Sie die Füße wieder nebeneinander, bringen die Fingerspitzen beider Hände zusammen und atmen eine Minute lang tief durch.
Tippen Sie im Sitzen mit der rechten Hand an den linken inneren Fußknöchel und dann mit der linken Hand an den rechten inneren Fußknöchel. Der jeweils andere Arm fixiert am Stuhl die Körperhaltung.
Die "Denkmütze" ist eine kleine Ohrmassage, die den gesamten Hörapparat aktiviert, das Gedächtnis unterstützt und die Konzentration fördert. Massieren Sie dazu dreimal mit dem Zeige- und Mittelfinger hinter den Ohren, entlang des Schädelknochens, von unten nach oben in kleinen Kreisbewegungen und streichen sanft vor dem Ohr zurück zum Ausgangspunkt. Massieren Sie nun das gesamte Ohr von innen nach außen. Setzen Sie den rechten Daumen in die Ohrmuschel und halten Sie mit dem Zeige- und Mittelfinger die hinteren Ohrpartien. Massieren Sie zunächst von der Mitte mit dem rechten Daumen die obere Ohrpartie und wechseln dann ab der Mitte auf die untere Ohrpartie. Beim Ohrläppchen halten Sie ein wenig inne und drücken es ganz sanft. Nach der TCM (trad. Chin. Medizin) liegen hier die Konzentrationspunkte, die auch das Gedächtnis anregen. Haben Sie diese Streichbewegungen dreimal ausgeführt, legen Sie die Hände für einige Augenblicke auf die Ohren. Besonders angenehm ist die "Denkmütze", wenn man sie nicht selbst ausführt, sondern wenn man die Ohren sanft massiert bekommt. Die Übung wird natürlich auch am linken Ohr durchgeführt.
Traditionelle Chinesische Medizin
Alter: "Obere Fülle, untere Leere", d. h. schwerer Kopf, kleinschrittiger Gang.
Yin-Schwäche und Yang-Überschuss - typische Krankheiten des Alters.
"Durch tägliche Übungen wird das Qi geführt, im Innern der Körper gestärkt und schädigende Einflüsse von außen abgewehrt.
Wichtige Übungsregel:
70% der Gewichtung liegt auf den Füßen, 30% in den Händen, jeder Atemzug kehrt zu seiner Wurzel zurück, um das Qi unterhalb des Nabels zu trainieren.
Augenübung zur Kräftigung und Erhaltung der Sehkraft
Man führt diese Massagen entweder im Sitzen oder im Stehen aus. Vor der Massage des Jingming reinigt man sich die Hände, damit keine Verunreinigung ins Auge kommt. Dann massiert man beide Jingming-Punkte mit Daumen und Zeigefinger einer Hand. Mit den Mittelfingern beider Hände massiert man daraufhin der Reihenfolge nach die Punkte Yangbai, Zanzhu, Yuyao, Sizhukong, Tongziliao und Taiyang. Die Massage des Taiyang kann etwas stärker sein. Nun massiert man die Punkte Sibai und Fengchi. Zum Schluss bearbeitet man die Punkte Binao und Hegu mit rollender, kneifender Massage. Hegu und Fengchi kann man auch entsprechend den Angaben bei den Selbstmassage-Übungen bearbeiten. Jede Stelle wird durchschnittlich 10-mal massiert. Ein ganzer Zyklus dauert ungefähr 3 bis 5 Minuten. Man kann 2- 3mal täglich massieren. Der Effekt dieser Übung ist besonders gut, wenn man die Anforderungen "den Geist beruhigen", "den Atem regulieren", "das Qi zum Dantian senken" berücksichtigt.
Naturheilkunde
Achten auf seine Innere Stimme, den eigenen "Bodyguard".
Innere Stimme wahrnehmen, ein Gespür für den Körper entwickeln!
Sechs Säulen der gesunden Lebensführung nach Hippokrates (1460 - 375 v. Chr.)
- Licht und Luft
- Essen und Trinken
- Arbeit und Ruhe
- Schlafen und Wachen
- Ausscheidung und Absonderungen
- Leidenschaften
oder Bewegung - Ernährung - Harmonie - Hormone
- bitte Treppensteigen, statt den Aufzug zu benutzen
- 30 min. täglich Spazierengehen oder 15 min. Gymnastik
Besser: Jeden Tag 30 min. Bewegung als einmal pro Woche 1 Stunde
Essen
- "Dinner" - Cancelling im Alter: 1 Abendmahlzeit pro Woche weglassen.
- Mediterrane Kost mit viel Obst und Gemüse, fettarm, zuckerarm, reich an Kohlenhydraten und Ballaststoffen, mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag.
- Anti-Aging durch richtige Ernährung!
Beispiel eines Tagesvorschlages im Sinne der Mittelmeerküche:
- Zum Frühstück: Tee oder Kaffee, Müsli mit Joghurt und frischen Früchten, oder Tee oder Kaffee, Vollkornbrot mit Quark und Tomaten- oder Gurkenscheiben, 1 Orange
- Mittags: Pasta mit selbst gemachter Gemüsesauce und Salat; oder in Olivenöl mariniertes Gemüse mit geröstetem Weißbrot
- Abends: Zitronenhuhn (ein Brathuhn in Stücke teilen, mit Zwiebeln, Zitronenschale und Rosmarin in Olivenöl anbraten, mit Zitronensaft und etwas Wein fertig dünsten), dazu Reis und Zucchini
- Dazwischen: Äpfel, Vollkornkekse
Kultur in Speis und Trank, soziales Netz im Alter, Gedankenaustausch mit Freunden, jungen Menschen und Partner.
Sich Gedanken über die Positiven Dingen machen, die noch gehen (Sehkraft, Natur ansehen, etc.) und nicht körperliche Gebrechen zu sehr in den Vordergrund stellen, wenn möglich nicht darüber reden, (ich habe Verstopfung etc.!)
Hormone
Hormone können das Altern nicht aufhalten, im Gegenteil: Wer von einigen zuviel nimmt, muss damit rechnen, nicht alt zu werden.
Hormone nur bei klassischen Mangelzuständen im Sinne von Erkrankungen und nicht bei nachlassender Leistungsfähigkeit im Alter, nicht bei Befindlichkeitsstörungen.
Nur so lange anwenden, dass der Nutzen bei der Symptomlinderung die Risiken überwiegt, als letztes Mittel der Wahl!
Download/Ausdruck des Vortrags im PDF-Format (250 KB)








